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Dienstag, 1. September 2020 08:02
Birger Dehne

Ein Trend, der keiner ist: Corona und das Ende der institutionellen Immobilieninvestments in Büro, Einzelhandel und Luxus-Wohnen in den Großstädten

Ein Kommentar von Birger Dehne

Der Immobilien-Megatrend des Jahres 2020: Weg von den Assets Büro, Einzelhandel und Luxus-Wohnen in Top-Lagen. Doch ist daran wirklich Corona schuld, oder steckt hinter der Kehrtwende etwas anderes?

Birger Dehne
Immobilien in den Randlagen - keine Neuentdeckung der institutionellen Investoren, sondern schon lange eine gute Strategie
Bildrechte: xo3.de

Was haben die Tulpenkrise, der Dotcom Crash und die letzte Finanzkrise mit der Corona-Krise gemeinsam? Sie alle bewirkten eine Trendumkehr im Denken der institutionellen Investoren, die die Volumen der Immobilienmärkte bestimmen.

In den letzten zehn Jahren war der Kurs dieser Investoren klar: Unisono investierten sie in Büro- und Einzelhandelsimmobilien sowie Luxuswohnprojekte in den Top-7-Standorten. Wie man heute weiß, folgten sie diesem Kurs bis kurz vor den Abgrund – wo sie halt machten, sich ihres Gepäcks entledigten und die Richtung wechselten, um ein neues Ziel ins Auge zu fassen, auf das sie nun wieder im Gleichschritt zusteuern. Wer sich die Entwicklungen der letzten Jahre vor Augen führt, weiß natürlich schon jetzt, wohin die Reise geht: wieder bis kurz vor den Abgrund.

Das System scheint nicht in der Lage zu sein, auf halbem Weg einzuhalten, die Lage zu prüfen, Fakten zu sehen und den Kurs entsprechend frühzeitig anzupassen. Anstatt verantwortungsvoll zu handeln und den Mut zu haben, sich aus der Masse zu lösen, werden Milliarden oder gar Billionen der den Pensionskassen, Staatsfonds und Banken anvertrauten Anlegergelder verbrannt. Das verwundert nicht, wenn man sich vor Augen führt, wer die institutionellen Entscheider zumeist sind: Angestellte, die sich im Falle einer Fehlentscheidung rechtfertigen müssen und darum auf Nummer Sicher gehen wollen. Dementsprechend folgten sie in den letzten Jahren der Masse und trauten sich nicht, zu reflektieren, die Fakten zu erkennen und den Kurs im Alleingang zu wechseln.

Vernunft und Verstand haben keine Chance, wo angestellte Fondsmanager um ihren Job fürchten müssen, sobald sie von der Masse abweichen. "Das haben ja alle so gemacht", hört man nun von denen, die wie Lemminge einem längst abgelösten Trend gefolgt sind.

Die Corona-Krise beschleunigt einen Prozess, den institutionelle Investoren, Pensionskassen und Banken grob fahrlässig ignorierten

Die Corona-Krise holt alle Investoren, die dem Mainstream blind gefolgt sind, aus dem künstlichen Koma. Profis, die sich erfahren und eingehend mit dem Markt beschäftigen, hatten demgegenüber schon vor zehn Jahren erkannt, dass mit der fortschreitenden Digitalisierung eine Trendwende zu mobileren Arbeitsplätzen fern der City-Offices entstand. Der Wunsch nach mehr Home-Office wurde kontinuierlich lauter, das Online-Shopping und die modernen Lieferformen verlagerten den Konsum aus den Innenstädten in die Wohnzimmer – egal wo in der Republik. Das alles ist nichts Neues, sondern eine Entwicklung, die seit mehr als fünf Jahren klar in den Belegungsraten deutscher Großstadtparkhäuser abzulesen ist. Die heranwachsende Generation hat sich längst an die neuen Technologien angepasst und verlegt schließlich auch soziale Kontakte von den Restaurants, Clubs und Bars der Großstädte immer mehr ins Netz.

Das zunehmende Interesse an Wohnimmobilien in Randlagen ist kein neuer Trend, sondern eine Marktentwicklung, die sich schon lange vollzieht. Der einzige Unterschied: Die institutionellen Investoren haben ihn erst im Rahmen der Krise erkannt. Auf einmal fällt ihnen auf, dass der bezahlbare Wohnraum in B-, C- und D-Lagen unbeschadet aus der Krise hervorgegangen ist. Dementsprechend wird er nun als neues Allheilmittel gefeiert.

Corona setzt keine neuen Trends in der Immobilienbranche, sondern bewirkt ein längst überfälliges Umdenken

Birger Dehne
Die Attraktivität einer Investition in Wohnhäuser und Wohnanlagen war schon lange absehbar
Bildrechte: xo3.de
Wer sich die Branche heute anschaut, könnte fast daran glauben, dass seit Mai 2020 alles anders ist. Plötzlich möchte niemand mehr in Büros, Einzelhandelsimmobilien und Luxusimmobilien in den Top-7-Standorten investieren. Die Wirklichkeit sieht jedoch anders aus. Genau wie andere Krisen hat auch Corona keine wirkliche Trendwende, sondern ein Umdenken der uniformen Masse der Großinvestoren bewirkt. Diese kreieren nun ein neues Bild des perfekten Immobilieninvestments: bezahlbarer Wohnraum in Randlagen.

Private, klarsichtige und wachsame Investoren hatten diese jedoch schon seit Jahren auf dem Schirm. Ihnen hat die Corona-Krise kein Umdenken gebracht, weil sie längst anders – und zwar der tatsächlichen Marktentwicklung entsprechend – aufgestellt waren.


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