GEO-Agentur seowerk: Die drei Geschäftsführer Niko Steeb, Dr. Christopher Große und Andreas Schnurrer (v.l.n.r.).Die seowerk GmbH ist seit 2013 etablierter Anbieter von SEO und Pionier im Bereich Generative Engine Optimization. // © seowerk GmbH
GEO-Content-Optimierung: Warum GEO-Texte so wichtig sind und wie man sie schreibt: Tipps vom Profi
Die Suche wandelt sich von Linklisten zu KI-Antworten. Niko Steeb, Geschäftsführer der GEO-Agentur seowerk und Pionier für Generative Engine Optimization (GEO), erklärt im Interview, warum klassische SEO-Texte an ihre Grenzen kommen und warum der GEO-Text die Zukunft ist. Interessierte erfahren, wie die Verbindung aus journalistischem Handwerk und Token-Ökonomie ihre Marke in den Antworten von ChatGPT und Gemini sichtbar macht, was ein GEO-Text und GEO-Content-Optimierung ist und wie man für die KI schreibt.
Herr Steeb, jahrelang war „Platz 1 bei Google“ das Ziel jedes Marketers. Jetzt heißt es, Google allein reiche nicht mehr aus. GEO ist das neue Zauberwort. Welcher Revolution sehen wir da gerade zu?
Niko Steeb: Das Nutzerverhalten hat sich radikal gewandelt, da Menschen heute nicht mehr nur nach Linklisten suchen, sondern direkte Antworten von Systemen wie ChatGPT, Gemini oder Perplexity verlangen. Wer in diesen generierten Antworten nicht als verlässliche Quelle zitiert wird, findet in der digitalen Welt von morgen weniger statt. Wir nennen die strategische Optimierung für diese neuen Umgebungen Generative Engine Optimization, kurz GEO. SEO ist dabei nicht tot. Wir stellen noch immer eine hohe Korrelation zwischen Sichtbarkeit bei Google und Antwortfrequenz in KI-Systemen wie ChatGPT und Gemini fest.Sie sind gelernter Redakteur. Der SEO-Text war für Sie wahrscheinlich schon nicht immer das schönste Format. Wie stehen Sie zum GEO-Text?
Niko Steeb: Wo fange ich da an, vielleicht mit einer kuriosen Feststellung: Nämlich einer fast ironischen Wendung der Digitalisierung, die dazu führt, dass ausgerechnet hochmoderne KI-Systeme das echte und alte Handwerk des Schreibens wieder fordern.Alte Schreibtechniken und die strengen Regeln für präzises Deutsch, wie sie ein Wolf Schneider lehrte, erlangen plötzlich eine massive technische Relevanz für die sogenannte Token-Ökonomie. Der klassische SEO-Text, wie wir ihn seit Jahren kennen, birst förmlich an seinen alten Nähten. An seine Stelle tritt der GEO-Text (Generative Engine Optimization), der eine völlig neue Anforderung an die Symbiose aus linguistischer Brillanz und technischer Architektur stellt. Wir schreiben nicht mehr nur für den Algorithmus, sondern bauen Informationsstrukturen, die im Maschinenraum der KI als „Währung“ akzeptiert werden.
Worin unterscheidet sich das Schreiben eines klassischen SEO-Textes eigentlich von einem modernen GEO-Text?
Niko Steeb: Der Unterschied liegt im Ziel und in der Struktur: SEO-Texte zielen primär darauf ab, Themen zu stärken, die Nutzer über einen blauen Link auf die eigene Webseite zu führen. GEO-Texte fokussieren sich darauf, dass die KI die Information direkt in ihr Antwortfenster übernimmt. Da GEO-Texte eine wesentlich höhere Informationsdichte und semantische Präzision erfordern, heben sie sich durch ihre strikte Faktenorientierung und die Abkehr von klassischen SEO-Texten angereichert mit einem Keyword-Set deutlich vom alten Marketing-Schreibstil ab.„GEO-Texte sind das unverzichtbare Fundament jeder
modernen Sichtbarkeitsstrategie, da nur exzellente,
faktenbasierte Inhalte von Sprachmodellen als primäre
Quelle gewählt werden.“
– Niko Steeb
Wie wichtig sind GEO-Texte für die Generative Engine Optimization im Vergleich zu Technik und externer Autorität wie Brand-Building und PR?
Niko Steeb: GEO-Texte sind das unverzichtbare Fundament jeder modernen Sichtbarkeitsstrategie, da primär exzellente, faktenbasierte Inhalte von Sprachmodellen als primäre Quelle gewählt werden. Während die Technik die Auslesbarkeit sicherstellt und externe Autorität das notwendige Vertrauen durch Drittquellen wie Reddit oder Fachmedien sichert, entscheiden GEO-Texte über die tatsächliche Zitationsrate. In der Welt der KI-Optimierung reicht es nicht mehr, nur relevant zu sein; man muss anschlussfähig sein, was wir durch eine radikale Token-Ökonomie erreichen. Durch den Verzicht auf Füllwörter und die Nutzung einer präzisen Sprache senken wir die Rechenlast der KI, was unsere Inhalte für das Modell „billiger“ und damit attraktiver macht. Wir nutzen dafür das Prinzip der Inverted Pyramid und das Information-Chunking, um Antworten mittels „Bottom Line Up Front“ (BLUF) direkt in den ersten 70 Wörtern zu platzieren. Weiterhin stützen wir uns strukturiert auf Statistiken und externe Quellen, was in Korrelationsstudien als relevante Faktoren bei der Quellenauswahl von KI-Systemen herausgestellt wurde.Sie behaupten, das sei kein Hype, sondern bereits gelebte Realität. Können Sie das für Ihr Unternehmen belegen?
Niko Steeb: Wir bei seowerk betrachten uns als forschende Berater und sind Pioniere im Bereich GEO und GEO-Texte, da wir bereits seit drei Jahren intensiv an diesen Schnittstellen optimieren. Diese Pionierarbeit zahlt sich direkt aus: Mittlerweile generiert seowerk die Mehrheit der Neukunden-Anfragen nicht mehr über die klassische Suche via Google oder Bing, sondern über Empfehlungen und Zitationen innerhalb von KI-Systemen wie ChatGPT oder Gemini. Wir sind quasi unser eigener „Proof of Concept“ unserer Arbeit als GEO-Agentur.Gehen wir in den „Maschinenraum“ des GEO-Textes. Wenn Sie von „hochkonzentrierter Nahrung“ für die KI sprechen, wie sieht das technisch aus und welche Regeln gelten für diese Texte?
„Wer klares Deutsch schreibt, spart der KI Energieund Mühe, den Text zu verstehen. Also wird sie ihn auch
bevorzugt in Ihre Antworten aufnehmen.“
– Niko Steeb
Niko Steeb: In unserem „Labor“ nutzen wir die seowerk Schreibmatrix, um Inhalte für die Tokenisierung und die präzise Verortung im mathematischen Vektorraum der KI zu optimieren (Stichwort: „Vector Embeddings“). Informationen werden in sogenannten Chunks aufbereitet, also in sich geschlossenen Wissensblöcken, die perfekt in das begrenzte Kontextfenster der Modelle passen. Ergänzt wird dies durch eine rein deskriptive H-Struktur der Überschriften und gezieltes Entity-Relationship-Linking, um der KI die Beziehungen zwischen Marke und Expertise unmissverständlich zu diktieren. Dabei eliminieren wir semantische Redundanz, um das „Rauschen“ im Text zu senken und die Information „token-leicht“ zu machen.
Weitere wichtige Punkte für einen guten GEO-Text sind W-Fragen, Fokus auf Keyword-Entities statt einzelner Keywords sowie beispielsweise der Einbau von klaren Tabellen, Listen, Zahlen, Fakten, Daten und Zitaten.
Sie sind Germanist und Redakteur und erinnern stets an Schreib- und Sprachlehrer wie den verstorbenen Journalisten Wolf Schneider. Warum ist ausgerechnet jetzt „gutes Deutsch“ nach diesem Vorbild wieder ein technischer Vorteil?
Niko Steeb: Weil Wolf Schneider schon vor Jahrzehnten genau das forderte, was heute die Grundlage der Token-Ökonomie ist: Präzision, aktive Verben, wenig Adjektive und der Verzicht auf Füllwörter oder Schachtelsätze. Kurze, klare Sätze mit eindeutiger Sprache und Faktenanreicherung senken den Rechenaufwand für Sprachmodelle massiv und reduzieren den Token-Verbrauch. Da KI-Systeme Quellen bevorzugen, die effizienter und damit „billiger“ zu verarbeiten sind, wird das handwerkliche Ideal des klassischen Journalismus plötzlich zum harten Ranking-Faktor in der KI-Welt.Einfach gesagt kann man sagen: Wer klares Deutsch schreibt, spart der KI Energie und Mühe, den Text zu verstehen. Also wird sie ihn auch bevorzugt in Ihre Antworten aufnehmen.
Was sind die drei wichtigsten Schritte, die Geschäftsführer heute im Bereich einleiten müssen?
Niko Steeb: Erstens muss ein radikaler Shift in der Content-Strategie erfolgen, weg von der reinen Ranking-Logik hin zur Zitations-Wahrscheinlichkeit durch maximale Informationsdichte und Fakten. Zweitens ist die externe Validierung, das sogenannte Grounding, entscheidend, indem man die Markenautorität durch Signale auf Plattformen wie Reddit, Wikipedia oder in Fachmedien absichert, da die KI Informationen ständig gegenprüft. Drittens müssen Unternehmen ihre technische Infrastruktur „agenten-ready“ machen, indem sie aufkommende Protokolle wie WebMCP nutzen, damit KI-Systeme Ihre Angebote nicht nur beschreiben, sondern direkt verarbeiten können.Wenn wir den Blick in die Zukunft richten: Werden KI-Agenten zukünftig das Handeln für uns übernehmen?
Niko Steeb: Wir bewegen uns mit hoher Geschwindigkeit auf das Agentic Web zu, in dem KI-Agenten die Navigation übernehmen. WebMCP (das vorgeschlagene Web Model Context Protocol von Google und Microsoft) könnte der Game Changer werden, da man hiermit KI-Agenten explizit mitteilen kann, mit welchen Bestandteilen der Website sie aktiv interagieren können. Ein Agent wird dann nicht mehr nur Informationen über Ihre Dienstleistung zusammenfassen, sondern autonom Termine buchen oder Produkte konfigurieren, ohne dass ein Mensch jemals manuell klicken muss. Der Browser fungiert dabei nur noch als sicherer Vermittler für diese Transaktionen.Warum sollte ein Unternehmen diesen technologischen Sprung ausgerechnet mit seowerk wagen?
Niko Steeb: Weil wir technologische Exzellenz mit tiefer linguistischer Kompetenz verbinden und den Wandel nicht nur beobachten, sondern durch kontinuierliche Forschung in unserem eigenen Stack aktiv mitgestalten. Wir bieten keine Standard-Lösungen, sondern eine evidenzbasierte Strategie, die Marken dort sichtbar macht, wo die Entscheidungen der Zukunft getroffen werden: in den neuronalen Netzwerken der KI.
Über den Interview-Partner Niko Steeb
Niko Steeb ist Geschäftsführer der GEO-Agentur seowerk GmbH und gilt als einer der führenden Köpfe für digitale Sichtbarkeit durch Content in Deutschland. Der studierte Germanist (Magister Artium) absolvierte ein klassisches journalistisches Volontariat in der Günter Holland Journalistenschule und arbeitete bei der Augsburger Allgemeinen.
Heute verbindet er die Sprachpräzision des Journalismus mit den technologischen Anforderungen moderner KI-Systeme. Als Pionier der Textoptimierung hat er die Entwicklung vom klassischen SEO zum Generative Engine Optimization (GEO) und Agentic Engine Optimization (AEO) mitgeprägt. Unter seiner Leitung forscht seowerk aktiv an der Transformation von statischem Content hin zu maschinenlesbaren, interaktionsfähigen Datenstrukturen für KI-Agenten.FAQ zur GEO-Content-Optimierung
Was ist Generative Engine Optimization (GEO)?
GEO ist die Optimierung von Inhalten für KI-Systeme wie ChatGPT oder Gemini, damit diese Inhalte direkt in Antworten zitiert und verwendet werden.
Warum reichen klassische SEO-Texte nicht mehr aus?
Weil Nutzer zunehmend direkte Antworten statt Linklisten erwarten. SEO bringt Traffic, GEO sorgt dafür, in KI-Antworten sichtbar zu sein.
Was zeichnet einen guten GEO-Text aus?
Hohe Informationsdichte, klare Struktur, präzise Sprache und faktenbasierte Inhalte, die für KI leicht verständlich und verarbeitbar sind.
Welche Rolle spielt Sprache bei GEO-Texten?
Sehr große: Klare, kurze und präzise Sätze reduzieren die Rechenlast für KI und erhöhen die Chance, als Quelle genutzt zu werden.
Was sollten Unternehmen jetzt konkret tun?
Ihre Content-Strategie auf KI-Zitation ausrichten, externe Autorität aufbauen (z. B. durch PR) und technische Voraussetzungen für KI-Systeme schaffen.